FAQ – Lohnbuchhaltung bei Hostessen und Promotern

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Promotion oder Hostessenjobs // Abrechnung ĂŒber Gewerbeschein oder ĂŒber Lohnsteuer?

Checkliste: So verstehst du deine Gehaltsabrechnung

FrĂŒher wurden alle Jobs im Promotionbereich oder Jobs als Messehostess ĂŒber einen Gewerbeschein abgerechnet. Dies ist nun nicht mehr möglich, da diese TĂ€tigkeit als „ScheinselbstĂ€ndigkeit“ eingestuft wurde. Auch wir von Blank&Biehl rechnen nur noch ĂŒber eine kurzfristige Anstellung, also ĂŒber Lohnsteuer ab. Die monatliche Gehaltsabrechnung birgt oft einen Wirrwarr aus Begriffen, AbkĂŒrzungen und Zahlen. Die folgende Checkliste nennt wichtige Posten deiner Abrechnung. Je nach Arbeitgeber können diese allerdings unter unterschiedlichen Bezeichnungen auftauchen:

Gesamtbrutto: Auf der Gehaltsabrechnung findest du die Information, welche Leistungen wir fĂŒr dich insgesamt erbracht haben. Dazu zĂ€hlen neben dem vertraglich vereinbarten Bruttogehalt besondere Leistungen wie z.B. ÜberstundenzuschlĂ€ge (wenn dein Promotion oder Hostessenjob lĂ€nger als die vereinbarte Zeit ging) oder SachbezĂŒge wie ein Ticket, usw.

Steuerbrutto: Es gibt an, welchen Betrag von den gesamten Leistungen du beim Finanzamt abrechnen musst. Das Steuerbrutto kann deinem Gehalt entsprechen. Wenn du jedoch auf deiner Steuerkarte FreibetrÀge hast, ist das Steuerbrutto auf jeden Fall niedriger.

Lohnsteuer: Wir ermitteln mithilfe von Lohnsteuertabellen, wie viel Lohnsteuer wir fĂŒr dein Steuerbrutto abfĂŒhren mĂŒssen. ZusĂ€tzlich werden SolidaritĂ€tszuschlag (5,5 Prozent der Steuer) und eventuell Kirchensteuer (je nach Bundesland 8 oder 9 Prozent der Lohnsteuer) fĂ€llig.

Private Krankenversicherung: Als privat Versicherter findest du auf der Abrechnung die Information, wie viel wir zur Versicherung dazuzahlt. Du kannst dich privat versichern, wenn du mehr als 48.150 Euro im Jahr verdienst.
Pflegeversicherung: FĂŒr die gesetzliche Pflegeversicherung teilst du dir mit uns als deinem Arbeitgeber den Beitrag von 1,95 Prozent deines Einkommens. Kinderlose zahlen 0,25 Prozent extra. Es gilt die Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung. Wenn du privat krankenversichert bist, bist du auch privat pflegeversichert. Dein Beitrag entspricht dem Maximalbeitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung.

Rentenversicherung: Mit uns, der Hostessenagentur teilst du dir den Rentenversicherungsbeitrag von 19,9 Prozent deines Einkommens. Es sei denn, dein Einkommen liegt ĂŒber 5.250 Euro im Monat (63 000 Euro im Jahr) in den alten BundeslĂ€ndern oder ĂŒber 4 500 Euro im Monat (54 000 Euro im Jahr) in den neuen BundeslĂ€ndern. Dann zahlen beide den Beitragssatz nur bis zu dieser Bemessungsgrenze. Aber mit Hostessenjobs ist dieses Gehalt eher schwer zu erreichen 😉

Arbeitslosenversicherung: Der Beitragssatz betrÀgt 3,3 Prozent. Es gelten die Beitragsbemessungsgrenzen wie bei der Rentenversicherung.
Nettoverdienst: Er ergibt sich, wenn vom gesamten Bruttoeinkommen alle steuerlichen AbzĂŒge und alle SozialversicherungsbeitrĂ€ge abgezogen sind.

Gesetzliche Krankenversicherung: Wenn du gesetzlich krankenversichert bist, zahlst du fĂŒr dein Einkommen einen Prozentsatz, den deine Krankenkasse festgelegt hat. Im Durchschnitt liegt der Beitragssatz etwa bei 13 Prozent. Du und wir als deine Hostessenagentur teilen sich diesen Satz, sodass bei dir 6,5 Prozent hĂ€ngenbleiben. Als Arbeitnehmer zahlst du zusĂ€tzlich einen Zuschlag von 0,9 Prozent. Rechengrundlage ist dein monatliches Bruttogehalt. Liegt es ĂŒber der Beitragsbemessungsgrenze von 3.600 Euro im Monat (43.200 Euro im Jahr), zahlst du BeitrĂ€ge nur bis zu dieser Grenze.

Vom Bruttogehalt des Arbeitnehmers werden folgende Positionen abgezogen. Daraus ergibt sich das Nettogehalt – also der Betrag, welcher dem Arbeitnehmer tatsĂ€chlich ausgezahlt wird.

Bruttogehalt
– Steuern
– Arbeitnehmeranteil der gesetzlichen Sozialversicherung
= Nettogehalt

Erstmal gilt es also herauszufinden, wie hoch der Steuerbetrag ist, der vom Bruttogehalt abgezogen wird. Dazu folgt erstmal ein wenig Theorie – der mittels Pfeil hervorgehobene Link zeigt ein konkretes Beispiel zur Berechnung der SteuerabzĂŒge.
Alle EinkĂŒnfte, die aus nicht selbstĂ€ndigen TĂ€tigkeiten – also Arbeiten in einem AngestelltenverhĂ€ltnis – hervorgehen, unterliegen der Lohnsteuer.

NatĂŒrlich ist die Lohnsteuer nicht fĂŒr alle gleich hoch – sie richtet sich nach: Höhe des Gehaltes, Steuerklasse, FreibetrĂ€ge. In Deutschland gibt es sechs Steuerklassen.

Die Einheit zwischen der DDR und der BRD hat ein „bisschen“ was gekostet. Deswegen wird zur Finanzierung der deutschen Einheit seit 1995 der so genannte SolidaritĂ€tszuschlag erhoben.
Diese betrÀgt 5.5 % von der Lohnsteuer.
Die Kirchensteuer ist natĂŒrlich nur zu entrichten, wenn Kirchenmitglied ist. Sie betrĂ€gt – in Bezug auf die Lohnsteuer:
– In Bayern und Baden-WĂŒrttemberg 8 %
– in den restlichen BundeslĂ€ndern 9 %

Wie hoch letztendlich die SteuerabzĂŒge ausfallen, kann der Lohnsteuertabelle entnommen werden.

Promotion- oder Hostessen Job als kurzfristige Anstellung

Wenn die Arbeitstage als Promoter oder Messehostess in einem Jahr 50 Kalendertage oder zwei Monate nicht ĂŒberschreiten, dann besteht eine kurzfristige BeschĂ€ftigung. Wird nur ein solches BeschĂ€ftigungsverhĂ€ltnis ausgeĂŒbt, so entfĂ€llt fĂŒr diese TĂ€tigkeit die Pflicht, BeitrĂ€ge zur Sozialversicherung (Kranken, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung) abzufĂŒhren. BerĂŒcksichtigt wird nicht das erzielte Einkommen, sondern die Arbeitstage. Werden mehrere kurzfristige Jobs nebeneinander ausgeĂŒbt, so kann die Summe der Arbeitstage höher ausfallen (hierbei werden allerdings nicht die Tage fĂŒr die HauptbeschĂ€ftigung mit einberechnet). In diesem Fall ist nur eine der kurzfristigen BeschĂ€ftigung von der Pflegeversicherung befreit. FĂŒr jede weitere AusĂŒbung muss der Beitrag gezahlt werden.

Wurde Dir bei der Abrechnung als Promoter oder Hostess ĂŒber kurzfristige BeschĂ€ftigung weniger Gehalt ausgezahlt als Du erwartet hast?

->  Wir sind vom Gesetzgeber verpflichtet, den Lohnsteueranteil von Deinem Gehalt abzuziehen. Das mĂŒssen alle Agenturen bei Abrechnung ĂŒber Lohnsteuer so machen.

Wurde Dir unverhÀltnismÀssig viel vom Gehalt nicht ausgezahlt?

-> Der  Gesetzgeber rechnet die AbzĂŒge der Lohnsteuer so aus: Wenn Du z.B. nur einen Tag im Monat gearbeitet hast und an dem Tag 100€ verdient hast, werden diese 100€ auf den Monat hochgerechnet und der Gesetzgeber geht automatisch (das können wir leider auch nicht Ă€ndern!) von einem Monatsgehalt von 3.000€ aus. Bei diesem relativ hohen Gehalt, entstehen auch relativ hohe AbzĂŒge durch die Lohnsteuer. Dieser Anteil wird dann wiederum von Deinen 100€ abgezogen, auch wenn Du „nur“ 100€ verdient hast.

WICHTIG: Dieser Anteil ist nur temporÀr abgezogen. In den allermeisten FÀllen bekommen die Promoter und Messehostessen bei der SteuererklÀrung alles wieder!